Ruderordnung

In dieser Sportordnung des KRV Alemannia, außer es wird anderweitig verlangt, beziehen alle Hinweise auf das männliche Geschlecht auch das weibliche Geschlecht mit ein, z.B. hat der Begriff „Ruderer“ auch Bezug auf den Begriff „Ruderin“.

§1 Bekleidung (insbesondere für offizielle Ruderveranstaltungen)

Weißes Leibchen mit grünem Querbalken auf der Brust und grüner Beschriftung „Korneuburger Ruderverein Alemannia“ am Rücken, schwarze Hose.

§2 Bootsmaterial

Die Vereinsboote unterscheiden sich in

  1. Boote für den Rennsport

  2. Boote für den Breitensport

Die Liste dieser Boote ist im Bootshaus auszuhängen.

Die Ruderblätter sind in Längsrichtung grün/weiß gestrichen.

§3 Benützungsrecht

Die Benützung von Booten ist nur Schwimmkundigen gestattet. Für Jungruderer übernehmen die Erziehungsberechtigten die Verantwortung für die Schwimmkundigkeit, die körperliche Eignung den Rudersport auszuüben, sowie für deren Handlungen, insbesondere dafür, dass allen Anordnungen von aufsichtsberechtigten Personen (Sportwart, Trainer, Bootsmänner) Folge geleistet wird.

Boote dürfen nur von berechtigten Vereinsmitgliedern oder eingeführten Gästen, von diesen jedoch nur bis zu 5 Mal/Jahr, ausgenommen mehrtägige Wanderfahrten, benützt werden. Bei Gästen, auch wenn sie ruderkundig sind, ist grundsätzlich anzunehmen, dass sie gewässerunkundig sind.

Die Benützung von Breitensportbooten ist in den §§ 4 und 5 geregelt. Mitglieder, die keine Berechtigung haben, dürfen Boote nur gemeinsam mit Inhabern der nachstehenden Lizenzen bzw. Bootsmännern benützen.

Die Verfügung über Boote für den Rennsport ist im §14 geregelt.

§4 Lizenzen

Die Lizenzen werden jeweils für ein Vereinsjahr erteilt.

  1. Werft Skull-Lizenz

Die Werft Skull-Lizenz kann ausübenden Mitgliedern und Jungruderern, soweit sie im laufenden Vereinsjahr das sechzehnte Lebensjahr vollenden, durch den/die Sportwart/e erteilt werden. Sie berechtigt den Inhaber zur Benützung der Einer und Doppelzweier, für Fahrten ausschließlich im Werftarm.

  1. Kleine Skull-Lizenz

Die Kleine Skull-Lizenz kann ausübenden Mitgliedern und Jungruderern, soweit sie im laufenden Vereinsjahr das sechzehnte Lebensjahr vollenden, erteilt werden. Sie berechtigt den Inhaber zur Benützung der Einer und Doppelzweier des Vereines für Fahrten bergwärts bis zum Stromkilometer 1949 (Greifenstein).

  1. Große Skull-Lizenz

Die Große Skull-Lizenz kann ausübenden Mitgliedern und Jungruderern, soweit sie im laufenden Vereinsjahr das achtzehnte Lebensjahr vollenden, erteilt werden. Sie berechtigt den Inhaber zur Benützung der Einer bis zum Fünfer vom Donauhort (Stromkilometer 1933,6) bis Stromkilometer 1965,4 (Tullner Ruderverein).

Die Namen der Skull-Lizenzinhaber sind im Bootshaus zu veröffentlichen.

§5 Bootsmann, Bootsfrau

Ausübende Mitglieder können beim Sportwart um Ernennung zum/zur Bootsmann/-frau (in der Folge Bootsmann genannt) ansuchen. Diesen Titel und die damit verbundenen Befugnisse kann nur ein Vereinsmitglied erwerben, das nachstehende Bedingungen erfüllt:

  1. Die Bewerber müssen mindestens ein Jahr die Große Skull-Lizenz innegehabt und ausgeübt haben.

  2. Die Bewerber haben eine praktische und theoretische Prüfung abzulegen, deren Voraussetzungen und Umfang von der Bootsmännerversammlung festgelegt und auf der Info-Wand veröffentlicht werden. Der Motorbootführerschein ersetzt die theoretische schifffahrts- und gewässerrechtliche Prüfung. Die praktische Prüfung ist von zwei aktiven Bootsmännern abzunehmen. Die theoretische Prüfung erfolgt durch zwei aktive Bootsmänner unter Vorsitz des Sportwartes.

Die Namen der Bootsmänner sind im Bootshaus zu veröffentlichen.

Die Bootsmänner sind zur Führung aller Breitensportboote des Vereines berechtigt. Sie können diese Boote mit Vereinsmitgliedern und Gästen nach eigenem Ermessen besetzen.

Zu den von der Vereinsleitung bestimmten Anlässen (z.B. An- und Abrudern, Sternfahrten) sowie für Fahrten für die eine Voreinteilung (Vorankündigung mit Voranmeldung auf der Info-Wand) erfolgt, hat der diensthabende Bootsmann (Sportwart bzw. ein von ihm bestimmter Vertreter) die Einteilung der Mannschaften vorzunehmen. Die für diese Tage festgelegten Abfahrtszeiten sind für alle Mitglieder verbindlich. Ausnahmen genehmigt der diensthabende Bootsmann.

Die Bootsmänner haben die vom Sportwart einberufenen Bootsmänner-versammlungen zu besuchen.

Wenn ein Bootsmann innerhalb einer Zeit von drei Jahren seine Rechte gemäß Ruderordnung nicht wahrnimmt, kann die Bootsmännerversammlung ein Ruhen dieser Berechtigung beschließen. Sie kann von der Bootsmännerversammlung durch Ansuchen wieder aktiviert werden.

Wenn ein Bootsmann seine Pflichten gemäß Ruderordnung gröblich vernach-lässigt, kann ihm von der Bootsmännerversammlung mit 2/3-Mehrheit der anwesenden Bootsmänner die Bootsmannswürde aberkannt werden.

§6 Oberbootsmann

Zu Oberbootsmännern können über Antrag der Bootsmännerversammlung und durch Beschluss der Hauptversammlung Bootsmänner ernannt werden, die sich im Rahmen ihrer Bootsmannstätigkeit besondere Verdienste erworben haben.

Zu diesem Antrag ist sowohl in der Bootsmännerversammlung als auch für den Beschluss in der Hauptversammlung eine 2/3-Mehrheit erforderlich.

§7 Fahrten

Der für die Führung des Bootes Verantwortliche bestimmt die Sitzordnung. Die eingeteilte Mannschaft hat den Anordnungen Folge zu leisten. Der Verantwortliche ist verpflichtet, die Mitglieder zur pfleglichen Behandlung und ordentlichen Reinigung des Bootes und der Ruder sowie zum Tragen ordentlicher Bekleidung zu veranlassen.

Ein Bootsmann kann unter seiner Verantwortung das Steuer bzw. Kommando über das Boot einem anderen Mitglied der Mannschaft anvertrauen. Befinden sich mehrere Bootsmänner in einem Boot, haben sie sich auf einen Verantwortlichen zu einigen.

Vom Zeug- oder Sportwart werden die zu den Booten gehörigen Rudergarnituren bestimmt, andere, mit Ausnahme der Privatruder, dürfen nicht verwendet werden.

Jede Ausfahrt ist vor Beginn unter Angabe von Fahrtennummer, Datum, Bootsnamen, Namen der Mannschaft, Uhrzeit und des voraussichtlichen Fahrtzieles im Logbuch vom Verantwortlichen einzutragen. Nach beendeter Fahrt sind Boot und Ruder von der Mannschaft gewissenhaft zu reinigen und im Bootshaus auf dem vorbestimmten Platz abzulegen.

Im EFA- elektronisches Fahrtenbuch – sind sodann die Uhrzeit der Rückkehr, das tatsächliche Fahrtziel, die geruderten Boots- und Mannschaftskilometer (nur volle Kilometer) sowie etwaige besondere Vorkommnisse vom Verantwortlichen einzutragen.

Nachträge sind bis spätestens ein (1) Monat nach Beendigung der Fahrt/Veranstaltung ins EFA einzutragen.

Der Sportwart bzw. ein Stellvertreter kann die Genehmigung zur Benützung eines Bootes über Nacht erteilen.

Mehrtägige Ruderfahrten sind durch den Vereinsvorstand zu genehmigen und bedürfen der Führung durch einen Bootsmann.

Bei Ab- und Anlegemanövern von Großschiffen im Werfthafen ist besondere Vorsicht geboten. Im Werfthafen ist grundsätzlich Rechtsfahrordnung einzuhalten.

§8 Ruderbefehle

Nachstehende Ruderbefehle, Kommandos und Bezeichnungen sind einheitlich von allen Mitgliedern zu verwenden:

„Backbord“ … in Fahrtrichtung links

„Steuerbord“ … in Fahrtrichtung rechts

„Bug, Bugleine“

„Heck- oder Steuer-Leine“

„An das Boot – erhebt“

„Wasser(Land) auf“

„Fertig zum Einsteigen – ein – ab“

„Meldungen durchgeben“ (vom Bugmann beginnend, z.B. eins fertig, zwei fertig…)

„Fertig zum Rudern – Auslage – Los“

„Fertig zum Streichen – Los“

„Leichte, halbe, volle Kraft“

„Achtung Backbord (Steuerbord) – Ruder“

„Ruder lang, hoch, platt, einziehen“

„Stoppen“ (Blatt flach ins Wasser drücken und überdrehen)

„Wende über Backbord (Steuerbord) – fertig – los“ (Die Wende beginnt mit dem Streichen auf der angesagten Seite.)

§9 Sportwart

Die Aufgabe des Sportwartes ist die organisatorische Abwicklung des Sportbetriebes, insbesondere des Rennsportes und des Breitensportes Rudern (gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit den Trainern). Im Besonderen obliegt ihm

  • die Verantwortung um die Ausbildung von neuen Ruderern

  • die Einberufung der Bootsmännerversammlung

  • die Führung der Übersicht der Bootsmänner und der Lizenzinhaber(innen)

  • die Auswertung des EFA – elektronischen Fahrtenbuches

§10 Bootsmännerversammlung

Die Bootsmännerversammlung wird vom Sportwart mindestens einmal pro Jahr einberufen. Sie ist beschlussfähig bei Anwesenheit der Hälfte der aktiven Bootsmänner. Die Bootsmännerversammlung hat insbesondere zu beschließen:

  1. Erteilung von Lizenzen

  1. Die Entscheidung über das Ruhen, das Aberkennen und Aktivieren von Bootsmannsberechtigungen

  1. Festlegen des Umfangs der Bootsmannprüfung

  2. Vorschläge an die Vereinsleitung betreffend einer Änderung der Sport-ordnung, Teil 1 (Ruderordnung).

Die Bootsmännerversammlung fasst im Allgemeinen ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit, bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.

§11 Beschädigungen

Der für die Führung eines Bootes Verantwortliche hat vor der Abfahrt und nach der Ankunft den Zustand des Bootes und der Ruder festzustellen. Beschädigungen an den Booten oder an den Rudern sind sofort in das EFA – elektronisches Fahrtenbuch – einzutragen.

Über die Art und Durchführung der Reparatur entscheidet ausschließlich der Zeugwart.

§12 Fahrverbot

Das vom Sportwart oder Zeugwart über bestimmte Boote verhängte und im Bootshaus kundgemachte Fahrverbot ist von allen Mitgliedern unbedingt einzuhalten.

Bei einem Donaupegelstand über 5,40 m in Korneuburg sind Ruderausfahrten im Bereich Donau Korneuburg verboten.

§13 Ruderverbot

Die Vereinsleitung kann über ein Mitglied das Ruderverbot aussprechen, wenn dieses

  • die Bestimmungen der Satzung oder der Sportordnung, Teil 1 (Ruderordnung) gröblich verletzt

  • in leichtfertiger Weise dem Vereinseigentum Schaden zufügt

  • Boote und Ruder nach Benützung ohne triftigen Grund in ungereinigtem Zustand hinterlassen hat

  • mit der Zahlung seines Mitgliedsbeitrages trotz Mahnung länger als 6 Monate im Rückstand geblieben ist.

Der entsprechende Beschluss ist dem Mitglied zur Kenntnis zu bringen und im Bootshaus anzuschlagen.

§14 Boote für den Rennsport

Die Benützung der Boote für den Rennsport unterliegt nicht den Einschränkungen laut §4 und §5, sondern sie werden vom Sportwart oder dessen Vertreter oder Trainer für Training und Regatten bestimmt.

§15 Wettrudern

Alle bei Ruderregatten erworbene Preise – mit Ausnahme der für die Mitglieder der jeweiligen Rennmannschaft bestimmten Ehrenzeichen – sowie alle bei sonstigen sportlichen Veranstaltungen gewonnenen Mannschaftspreise gehen in das Eigentum des Vereines über.

§16 Preise für Ruderleistungen

  1. Gesamtkilometer – Wanderpreis: Das Mitglied mit den meisten Kilometern des jeweiligen Jahres wird darauf namentlich verewigt. Der Wanderpreis verbleibt im Verein.

  2. Wanderpreise für die Kategorien Männer, Frauen, Junioren und Juniorinnen: je ein Wanderpokal

  3. Erinnerungspreise in den Kategorien (Schüler, Schülerinnen, Junioren, Juniorinnen): die jeweils ersten Drei erhalten einen Erinnerungspreis. Voraussetzung ist eine Kilometerleistung von mindestens 150 km für Schüler/innen und 300 km für Junioren/innen.

§17 Verhalten am Strom und an anderen Gewässern

Die Einhaltung der behördlichen Vorschriften am Strom wird allen ausübenden Mitgliedern und Jungruderern zur Pflicht gemacht (laut Wasserstraßen-Verordnung zum Beispiel die Beachtung der 0,5 Promille Grenze für die Bootsverantwortlichen).

Zur Schulung und Information hat der Vereinsvorstand bei Bedarf Informationsveranstaltungen auszuschreiben und durchzuführen. Der Besuch wird allen Lizenzinhabern und Bootsmännern zur Pflicht gemacht, allen anderen Mitgliedern empfohlen.

Der Vereinsvorstand hat ein Programm über die wichtigsten Bestimmungen zu erstellen und den Lizenzinhabern und Bootsmännern zur Verfügung zu stellen und im Bootshaus auszuhängen.

Beschlossen von der HV vom 2016-02-12