Auszug aus den Wettbewerbsregeln

(Quelle: Ruder WM Wien 1991 – Dank an eine Alemannin)

Einer, Zweier, Vierer und Achter, das sind sie schon alle, denn es gibt auf unseren Regatten keine Dreier, Fünfer und keine Neuner. Aber wir haben Doppelzweier und Doppelvierer, die aber ohne Steuermann (Stm.). Der Stm. hat kein Ruder, wie z.B.
in einem Segelboot, sondern ein Steuer. Eine äußerst komplizierte Sache? Nein, ganz einfach.

In einem Riemenboot hat jeder Ruderer oder jede Ruderin nur ein Ruder, das er/sie mit beiden Händen anpackt (eben einen Riemen). Im Skullboot hält er/sie in jeder Hand ein Ruder, also insgesamt zwei, die dafür auch etwas kleiner sind und Skulls heißen. Damit man Skull- und Riemenboote unterscheidet, haben die Skullboote die Zusatzbezeichnungen „Doppel…“, also
Doppelvierer oder Doppelzweier, im Gegensatz zum „Riemen“-Zweier, der einfach nur Zweier mit Stm. oder Zweier o. Stm. heißt, je nachdem, ob ein Steuermann an Bord ist oder nicht. Streng genommen müsste der Einer, in dem man ja skullt, Doppeleiner heißen, aber es gibt keinen Riemen-Einer. So begnügen wir uns mit „Einer“. Aber manchmall nennen wir den Einer auch „Skiff“.

Für den Bau von Rennbooten gibt es keine Vorschriften über Länge und Breite, aber die Boote müssen Mindestgewichte haben. Ein Einer ist rund 8 Meter lang und mindestens 14 kg schwer, die Doppelzweier sind ca. 10 m lang und wiegen mindestens 26 kg, die Vierer mit Steuermann haben eine Länge um 12 m und über 51 kg. Der Achter bringt es auf 17 m und 93 kg Gewicht. Die Breite liegt zwischen 30 cm (Einer) und 60 cm (Achter).

Leichtgewichte
Als schwerathletische Sportart hat Rudern auch seine Leichtgewichtsklasse. Das Durchschnittsgewicht aller Ruderer einer Mannschaft darf bei den Männern 70 kg nicht überschreiten, der einzelne Ruderer darf höchstens 72,5 kg wiegen. Das Limit von 72,5 kg gilt auch für den Leichtgewichts-Einer. Bei den Frauen gilt für Leichtgewichte ein Höchst-Durchschnitt von 57 kg, bei 59 kg Maximalgewicht der einzelnen Ruderin.

Streckenlänge
Die Männer wie die Frauen – auch die Leichtgewichte fahren 2000 Meter.

Schiedsrichter

Schimpfen Sie nicht über den Schiedsrichter, der tatenlos zusieht, wie sich eine Mannschaft um Längen versteuert. Er darf keine Mannschaft „leiten“ und er darf nur dann eingreifen, wenn ein Unfall droht. Ein guter Ruderer muß auch steuern können, so fordern es die Wettfahrtsbestimmungen. Wenn alle Boote die Ziellinie passiert haben, signalisiert der Schiedsrichter mit seiner weißen Fahne dem Zielrichter, dass das Rennen ordnungsgemäß verlaufen ist. Zeigt er „rote Flagge“, will er das Rennen abbrechen, oder sonst irgend etwas war nicht in Ordnung.

Der Weg ins Finale

1 bis 6 Meldungen: Es gibt nur ein Finalrennen

7 oder 8 Meldungen:
Zwei Vorläufe und ein Hoffnungslauf. Die Sieger jedes Vorlaufes kommen in das Finale A. Alle übrigen kommen in den Hoffnungslauf. Die ersten vier Mannschaften des Hoffnungslaufes kommen in das Finale A. Die übrigen in das Finale B.

9 bis 12 Meldungen:
Zwei Vorläufe und zwei Hoffnungsläufe. Die Sieger jedes Vorlaufes kommen in das Finale A. Alle übrigen kommen in die
Hoffnungsläufe. Die ersten zwei Mannschaften jedes Hoffnungslaufes kommen in das Finale A. Die übrigen kommen in das Finale B.

13 bis 15 Meldungen:

Drei Vorläufe und ein Hoffnungslauf. Die ersten drei Mannschaften jedes Vorlaufes kommen in das Semifinale. Alle übrigen kommen in den Hoffnungslauf. Die ersten drei Mannschaften des Hoffnungslaufes kommen in das
Semifinale. Die übrigen kommen in das Finale C.

16 bis 18 Meldungen
Drei Vorläufe und drei Hoffnungsläufe. Die Sieger jedes Vorlaufes kommen in das Semifinale. Alle übrigen kommen in die Hoffnungsläufe. Die ersten drei Mannschaften jedes Hoffnungslaufes kommen in das Semifinale. Die übrigen kommen in das Finale C. Die ersten drei Mannschaften jedes Semifinallaufes kommen in das Finale A, die übrigen in das Finale B.

19 bis 24 Meldungen
Vier Vorläufe und vier Hoffnungsläufe. Die Sieger jedes Vorlaufes kommen in die Semifinal-Läufe A/B. Alle übrigen kommen in die Hoffnungsläufe. Die ersten zwei Mannschaften jedes Hoffnungslaufes kommen in die Semifinal-Läufe A/B, die übrigen kommen in die Semifinal-Läufe C/D. Die ersten drei Mannschaften der Semifinal-Läufe A+B kommen in das Finale A, die übrigen in das Finale B. Die ersten drei Mannschaften der Semifinal-Läufe C+D kommen in das Finale C, die übrigen in das Finale D.

25 bis 36 Meldungen
Sechs Vorläufe und sechs Hoffnungsläufe. Die Sieger jedes Vorlaufes kommen in die Semifinal-Läufe A/B. Alle übrigen kommen in die Hoffnungsläufe. Die Sieger jedes Hoffnungslaufes kommen in die Semifinal-Läufe A/B, die Zweiten und Dritten kommen in die Semifinal-Läufe C/D. Die anderen scheiden aus. Die ersten drei Mannschaften der Seminfinal-Läufe A+B kommen in das Finale A, die übrigen in das Finale B. Die ersten drei Mannschaften der Semifinal-Läufe C+D kommen in das Finale C, die übrigen kommen in das Finale D.

 

Einteilung der Boote
Ruderart – Riemenboot

– Skullboot

Verwendung – Tourenboot

– Rennboot

Bauweise – Schalenbauweise: Material: Kunststoff

– Klinkerbauweise: Überlappte Holzlatten, Sperrholz, Holzfolien

Steuerung – ohne Steuer: Sculler

– mit Steuer: Steuermann (+): sitzend liegend Fußsteuer (-): Bugmann

Bootsgattung 1x Einer / Single Scull

2x Doppelzweier / Double Scull

2- Zweier ohne Steuermann (Rennboot)*/ Coxless Pair

2+ Zweier mit Steuermann / Coxed Pair

3x Dreier (Tourenboot)

4x Doppelvierer ohne Steuermann / Quadruple Scull

4+ Vierer mit Steuermann / Coxed Four

4- Vierer ohne Steuermann (Rennboot)*/ Coxless Four

C4x+ Doppelvierer mit Steuermann (Tourenboot)

5x Fünfer (Tourenboot)

6x Doppelsechser (Tourenboot)

8x+ Doppelachter mit Steuermann (Tourenboot)

8+ Achter mit Steuermann (Rennboot)* / Eight

* Riemenboote

Kommandos

An das Boot
Mannschaft begibt sich zum Boot

Er-hebt
Boot heben
(Kiel oben)

Schulter hoch
Boot auf die Schulter legen

In die Hand ab
Boot in die Hand nehmen

Land auf
Boot landseitig wenden

….

 

Lizenzen

Kleine Skulllizenz
Berechtigt Einer und Doppelzweier, von ALE (1943),bis Greifenstein zu steuern. Mindestalter 16 Jahre

Große Skulllizenz
Berechtigt Einer, Doppelzweier und Dreier auf allen Gewässern zu steuern. Doppelvierer (Hand- und Fußsteuer)dürfen nur von ALE (1943) bis zum Tullner Ruderverein (1965,4) gesteuert werden. Mindestalter 18 Jahre